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Kann man als "Evangele" pilgern? Die Kardinalfrage kam dem
Wahlscheider Hermann Wenzel bei der Planung seiner ersten
Pilgerfahrt. Das Grab des Apostels Jakob in Santiago de Compostela
war für den Diplom-Mathematiker kein Buch mit sieben Siegeln,
sondern ein historisch bedeutender Ort. Und der heute
60-Jährige spürte die Kraftlinien, die schon dort waren,
als es noch keine Christenheit gab.
Der Weg, sagt er, "sind für mich die Menschen, die ich
kennenlernen durfte". Viele Kontakte pflegt er noch heute rege,
aber auch die Ruhe des Alleinlaufens. Für ihn war das immer in
dem Moment spürbar, was er es mental gerade brauchte. Das
Laufen habe ihn gelassener, weniger ängstlich,
zuversichtlicher und glücklicher gemacht, sagt der
passionierte Sänger und Hobbyfotograf.
Über eine Distanz von 900 Kilometern ist der Wahlscheider als
"Evangele" auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela
gepilgert und dann noch das Stück bis zum ehemaligen
"Ende der Welt", nach Fisterra und Muxia. Sein Tagebuch
hat er jetzt veröffentlicht. Am 4. Mai stellen ein Lohmarer
Verlag sowie der Autor selbst das Buch unter dem Titel "Von
einem, der auszog, das Pilgern zu lernen - In 44 Tagen bis ans Ende
der Welt" vor. Beginn 19.30 Uhr in der Lohmarer LesArt,
Buchhandlung Trapp, Hauptstr. 73.
Die Lesung wird musikalisch begleitet vom vuelta abajo, einem
Akustik-Duo, das sich des brasilianischen, karibischen und
spanischen Liedguts zur Herzensangelegenheit gemacht hat. Das Duo
besteht aus dem Sänger und Gitarristen Sevando Lores Lois und
dem Bassisten und Gitarristen Mini Hammes.
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