Chemische Keule für den Skolopender

Haus versiegelt, Mieter müssen raus

Kammerjäger Heinz-Dirk Bormann: "Sowas hatte ich bis jetzt nicht."

Unglaublich: Der, der das sagt, war bis vor zwei Tagen selbst Eigentümer eines solchen Insekts. Am Mittwochabend hatte der 27-Jährige die Feuerwehr um Hilfe gebeten, weil das Tier aus seiner Kunststoffbox entkommen war. Eine Hauskatze hatte sich als Fluchthelfer erwiesen. Erfolglos blieb die Suche mit der Wärmebildkamera, von dem giftigen Mitbewohner aus der Sahara fehlt bislang jede Spur.

Kein Wunder, denn Rückzugsmöglichkeiten bieten sich dem nachtaktiven Jäger in jeder schmalen Ritze. Gerade sieben Zentimeter lang ist der giftige Flüchtling. Ausgewachsene Exemplare erreichten eine Körperlänge von bis zu 80 Zentimeter, glaubt der Besitzer der seltenen Albino-Ausführung.

Ein Biss ist schmerzhaft und kann ernsthafte Folgen haben: Das Spektrum reicht von Lähmungserscheinungen, Übelkeit und Schwindel bis zu Schwellungen. Für den stellvertretenden Leiter des Hennefer Ordnungsamtes ist das gefährlich genug, er ließ das Haus versiegeln und bestellte den Kammerjäger.

Nach der Visite steht für Heinz-Dirk Bormann aus Kerpen fest: Keine Chance. Erschwerend kommt für den Schädlingsexperten hinzu: Die Bewohner waren gerade erst eingezogen, Kisten und Kartons stehen in den Räumen. Jetzt soll die chemische Keule dem Skolopender auf den Chininpanzer rücken. Bormann setzt Kontaktinsektizide und Klebefallen ein. 

Nach gut einer Woche, schätzt der Experte, sei die Gefahr gebannt. Dann darf auch das Ehepaar wieder einziehen. Mit ihnen wohl auch weitere Bewohner, eine Kornnatter, zwei Bartagamen und drei Hauskatzen. Bis es soweit ist, kommen alle bei einer Tante unter.

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