Großeinsatz in Ruppichteroth:

Nachwuchskräfte stellen ihr Können unter Beweis

Bloß kein Knick: Schläuche müssen ausgerollt und Reserven in Schlingen gelegt werden.

Wasser marsch? Bis Löschwasser durch die Schläuche fließt, muss jeder Handgriff präzise ausgeführt werden

Weiblicher Nachwuchs ist gefragt: Rund 300 Mädchen waren beim Leistungsnachweis in Ruppichteroth dabei

Jugendgruppen aus den Feuerwehren im ganzen Kreis sind es, die den Kunstrasenplatz in Ruppichteroth bevölkern und nach einem festgezurrten Regieplan ihren Leistungsnachweis erbringen.
"Das ist kein Wettbewerb im klassischen Sinn" betont Hauptbrandmeister Siegmar Bröhl.

Der stellvertretende Jugendfeuerwehrwart ist selbst einer von 45 Aktiven im Löschzug Ruppichteroth und weiß, worauf es ankommt. Er ist selbst seit 25 Jahren dabei und feiert - nur wenige Tage nach seinem eigenen Geburtstag - mit dem Löschzug das 40-jährige Bestehen. Das runde Jubiläum lieferte denn auch den Anlass, die Großveranstaltung in die Gemeinde zu holen.

Es geht nicht um Pokale und Zeiten, vielmehr um Präzision in einer angemessenen Zeit, denn das ist später und im Ernstfall in erster Linie gefragt", erklärt Bröhl. Rund 60 der insgesamt 92 Jugendfeuerwehren waren zum Areal am Wasserberg gekommen, um zu zeigen was sie an ihren Standorten gelernt haben.
Die Aufgaben sind klar: Für die Älteren gilt es, C-Schläuche an eine Pumpe anzuschließen, das Wasser soll aus einem offenen Gewässer entnommen werden. Eine Pumpe drückt die Flut in angeschlossenen C-Schläuche. Wasser und Feuer sind fiktive Elemente, alle Gerätschaften aber real: So sind die Tragkraftspritzen alle wirklich im Einsatz; eine davon funktioniert perfekt mit einem alten Käfer-Motor.

Auf der anderen Seite der ausgerollten Schläuche soll ein Schaumangriff den (fiktiven) Flammen den Gar ausmachen - gar nicht so einfach. Doch bevor es soweit kommt, legen Gruppenführer, Maschinist, Melder sowie Schlauch- und Wassertrupp ihre Leibchen an, jeder hat seinen Job. Erst dann kommt der Einsatzbefehl.

"Verteiler Wasser marsch", mit diesen und anderen Meldungen kann Gruppenführerin Julia (10) sich auf ihre Leuscheider Truppe verlassen. Wie andere Gruppen mit jüngeren Mitgliedern hatten die Nachwuchskräfte drei C-Schläuche exakt auszurollen. Jugendgruppenwart Stefan Vogel ist zufrieden mit der Leistung seiner Schützlinge, die am Ende fehlerfrei auch die Knotenprüfung meisterten: Mastwurf, Zimmermannssteg und den doppelten Ankerstich am Schlagbaum gelangen perfekt. "Nur ein bisschen schneller müsst ihr werden", gibt ihnen Prüfer Frank Lindenberg auf den Weg.

Dabei sind die Nachwuchsretter die ersten, die den Kunstrasenplatz nutzen dürfen: Rund 700 Teilnehmer kamen, "eine tolle Resonanz", zieht Bröhl Bilanz. Überhaupt, die Feuerwehr steht mit ihrem Nachwuchszahlen vergleichsweise gut da: Rund 1.300 Kinder und junge Erwachsene sind in den insgesamt 92 Jugendgruppen im Kreis organisiert und bilden damit die landesweit größte Jugendwehr. Hauptbrandmeister Bröhl freut sich über die guten Leistungen, " die Kinder kommen mit zum Teil sehr detaillierten Wissen."

So hatte sich die 10-jährige Emely Doetsch gleich für das erste Gruppenstunde gut gerüstet. "Sie wusste fast alles", erzählt Bröhl aus dem Nähkästchen. Auf seine Frage, woher antwortet die Kleine wie selbstverständlich, "na, ich habe im Internet recherchiert".


Fotoline Feuerwehr unter www.rhein-sieg-magazin.de


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